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Event: Helene Beach Festival 2016 – Helenesee

14. Oktober 2016 von

© Helene Beach Festival

Es war mal wieder soweit: Vom 28. – 31.07.2016 lockte mich das dritte Jahr in Folge der Helenesee nach Frankfurt (Oder). An den See schließt sich ein mit Bäumen bedecktes Campinggelände an, welches einmal im Jahr bis zum letzten Millimeter mit Zelten bepflastert wird: 25.000 Feierwütige können sich beim Helene Beach Festival zwischen sieben Bühnen und kleineren Floors mit diversen Musikstilen austoben.

Als Redakteurin des Abriss Magazins fokussierte ich mich natürlich auf die HipHop Acts, und verbrachte so meine meiste Zeit an der am Strand gelegenen HipHop Stage sowie bei der Mainstage bei den größeren HipHop Acts.

Helene Beach Festival 2016 HBF Stage Buehne Hip Hop
HipHop Beach / © Helene Beach Festival

Donnerstag

Meine Anreise verlief, abgesehen von einem kurzen ungewollten Ausflug nach Polen (Ausfahrt verpasst) reibungslos. Da der Anreiseweg nach Frankfurt (Oder) jedoch nicht sonderlich weit für mich ist, verging die Zeit dennoch zügig, und durch ein gekonntes Ausweichmanöver meines Fahrdienstes auf die eigentliche Fahrspur der Lieferdienste, gelang es uns Stunden in der wartenden Autokarawane einzusparen.

Trotz fachmännischer Anweisungen, die mir die Weg zum Zeltplatz weisen sollten, ließ ich mich lieber vom Auto von meinen zwei Freundinnen, mit denen ich mir für die nächsten 4 Tage das Zelt teilen sollte, abholen. Sie nahmen mir freundlicherweise meine Essens- und Trinkrationen ab, während ich mich beim Eingang postierte, um mein Müllsammlerequipment und das Festivalbändchen zu besorgen. Nun konnte es endlich los gehen!

Ich wurde Richtung Zelt gelotst. An den Kontrollen kam ich mit einer einfachen Verneinung auf die Frage, ob ich denn Glasflaschen dabei hätte, vorbei. Manchmal kann es so einfach sein. Obwohl es erst früher Mittag war, stand der Campingsplatz bereits voll mit Zelten. Viele reisten bereits am Vortag an. Die allseits bekannten Pavillons mit weißen Blechstangen sind hier jedoch seltener zu finden. Sportlich werden Planen als Schattenspender zwischen den Baumstämmen mit jeglichen schnurähnlichen Dingen befestigt.

Nach der kurzen Waldwanderung hangelten wir uns über Zeltschnüre und kamen nun bei unserer Campingtruppe an, die zum größten Teil aus Leuten bestand, die ich von meiner alten Schule kannte. Es gab eine kurze Begrüßungsrunde, bevor ich mir meinen Klappstuhl schnappte und das erste, noch vom Kühlschrank gekühlte Bier öffnete. Wir brachten uns erst einmal auf den neusten Stand, nisteten uns bei unseren Nachbarn ein, hörten Musik und borgten uns von unseren anderen Nachbarn einen pinken Flamingo aus.

Kurz vor 21 Uhr, ich mache mich auf den Weg zum ersten Act – Visa Vie. Sie legte für 2 Stunden auf einer Bühne auf, die sich nicht auf dem eigentlichen Festivalgelände befindet, sondern zwischen den Zelten und dem Strand. Es wurde ordentlich zu K.i.Z., Haftbefehl und Co. gefeiert und getanzt. Nachdem die Stimmung gut aufgeladen war, schlossen sich die Drunken Masters an. Ich entschloss mich für eine Bierpause.

Später machten wir uns auf den Weg zum eigentlichen Festivalgelände. Der Weg ist nicht weit, da das Gelände direkt neben dem Zeltgelände positioniert ist. Die HipHop Stage wurde an diesem Abend bereits für Gestört aber Geil geöffnet. Wie erwartet war der Strand geflutet mit Tanzwilligen in Feierlaune. Das tanzen ist bei der Enge zwar ein Problem, für die meisten jedoch auch kein Hindernis. Eine Frau neben mir regte sich über die Vordrängler, die sich dennoch zwischen Millimeter breite Lücken quetschten, auf mit den Worten “So hübsch sind die Typen da och nich.”. Nach einer Weile verschwand ich auch wieder vom überfüllten Partymob-Strandgelände und ließ den Abend bei meinem Zeltlager ausklingen.

 

Freitag

Nach einer – wie zu erwarten – relativ kurzen Nachtruhe, wurde ich vom stickigen Innenlebens meines Zeltes geweckt. Es war sehr warm, und ich genoss meine noch halbwegs essbaren Brötchen mit einem Frühstücksbier.

Unter unserer Plane ertönten viele deutsche Trap- und Cloudrapper, mit denen wir jedoch die Minderheit darstellten. Frankfurt ist noch nicht ready. Diese Behauptung lässt sich auch gut im HipHop Line-Ups des Festivals erkennen, in dem  zwar auch kleinere Rapacts ihren Platz fanden, jedoch niemand aus den neueren Trends. Wir glichen dieses Defizit jedoch mit unserer kleinen Box und unseren Stimmen aus.

Nachdem wir uns die Vormittagszeit vertrieben hatten, widmeten wir uns dem Duschen in einer Frankfurter Wohnung von einer meiner Festival-Mitstreiterinnen. Ja, nicht sehr real, aber wenn ich schon mal die Chance auf eine ordentliche Dusche habe, dann nehme ich diese auch gern an. Wir bekamen zusätzlich noch eine gute Portion Spaghetti Bolognese und machten uns danach wieder auf den Rückweg. Nach einer kurzen Vorglührunde ging es für uns zum ersten Act des Tages.

Auf dem Festivalgelände wurden nun offiziell alle Bühnen geöffnet. Wir rutschten durch den Sand an das Strandufer zur HipHop Stage und machten uns bereit für Audio88 und Yassin, die Frankfurt bekehrten. Normal. Als Überraschungsgast beehrte Nico K.i.Z den Strand.

Nach der heiligen Messe begaben wir uns zur Mainstage. bei der MoTrip ungeplant als erster Act performte, da die Technik zuvor versagt hatte. Die kurze Wartezeit überbrückte Visa Vie, die als Moderatorin auf der Mainstage unterwegs war.

Auf MoTrip folgten die Jungs von SDP: Unangenehm fiel mir jedoch die Klischeelastigkeit und die oberflächlichen Themen ihrer Texte auf, die aus einer Mario Barth-Ideenfindungskiste hätten stammen können. Vielleicht auch grade dadurch, wie auch durch die fehlende Komplexität ihrer Texte, die auch bei hohen Alkoholpegel freundlich sind, gab es dennoch gute Stimmung.

Ich machte mich frühestmöglich auf den Weg zu SSIO, der wie zu erwarten feinste Kopfnickerstimmung hinterließ und mit den Fans Kniebeuge absolvierte. Nach der sportlichen Betätigung gab es frischen Langós beim Food Court.

Den Abend beendeten die Turntable Hools auf der HipHop Stage. ”Gestört aber Geil” in Form von mehr oder weniger HipHop mit Alkohol und halt in geil. Nico K.i.Z trank, kommentierte, rappte und sang zum Set von DJ Craft aka DJ Auge aka DJ Sex. Das Bühnenbild ergaben verschiedene Leute, die auf der Bühne feierten, und ein twerkender Yassin.

 

Samstag

An diesem Tag begab ich mich bereits etwas früher zum Gelände, um mir Antifuchs anzusehen. Wie zu erwarten war es eine recht überschaubare Anzahl von Leuten, die sich auf den Weg zur Rapperin mit der Fuchsmaske gemacht hatten. Dennoch holte sie das beste aus ihrem Auftritt beim “Helene Biatch” raus – der Wortwitz jedoch ist auch beim dritten Mal nicht lustig.

Bis zum nächsten Auftritt von Karate Andi machte ich mich nochmal auf den Rückweg zum Zelt. Besonders fielen mir erstmals die vielen Wasserpistolen auf, die womöglich auch der Hitze geschuldet waren. Wie schon die Jahre zuvor setzte sich als gemeinsamer Sprechchortext “Allee, Allee, Allee” durch. Das allseits bekannte “Helga”-rufen fand hier noch keinen Anschluss.

Zunächst durfte man beobachten, wie sich eine Gruppe Männer im Bananenkostüm mit einem weiteren Herren in einem Affenkostüm anfreundeten. Sehr emotional! Desweiteren tanzte ein gut gelaunter Mann mit seinem Brot in der Hand, was zu einem Sprechchor mit “Iss das Brot” während Andis stammgemäßer Freibiervergabe führte. Der Selfmade Neuling wirkte etwas verwirrt. Bei “Chronik III” konnte man schlussendlich das Testosteron fühlen: Die Stimmung war phänomenal.

Nach diesem sehr ereignisreichen Auftritt, ging es anschließend mit Lance Butters weiter, der zum entspannten Rauchen einlud. Ihm folgten dann die Jungs von 187.

Am späteren Abend pilgerte fast die gesamte Festivalgemeinde zur Mainstage, bei der man sich auf Trailerpark freute. Wie erwartet ein wahres Feuerwerk an guter, eskalierender Stimmung! Nach diesem gelungenen Abschluss wurde der Abend genutzt, um die letzten Vorräte, die sich im Campinglager befanden, zu vernichten.

 

Sonntag

Am Sonntag machte ich mich, wie so viele andere Festivalbesucher, bereits relativ früh zur Abreise fertig. Parallel zu den abbauenden Leuten spielten auf der Strandterrasse noch ein paar DJ’s. Anstatt die Zelte anzuzünden, beginnen die Leute hier ihre Zelte und Pavillons auf kreativste Weise in die Baumkronen zu befördern.

Trotz des wie immer ausgelaugten Gefühls nach einem Festival, ging ich zufrieden nach Hause. Sei es durch die Acts, das Team vom Helene Beach Festival, den Barmitarbeitern, die vielen Leute, die ich traf oder auch einfach durch meine Campingtruppe.

Danke für die Tage. Wir sehen uns nächstes Jahr!

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Textredakteurin: Liaison
Layout: Li

Redaktion

14. Oktober 2016

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